Freizeittrends 2016

von Roman Esser

Vier Jahre nach unserer ersten Basiserhebung über Freizeittrends haben wir uns erneut intensiv mit dem Freizeitverhalten der Deutschen beschäftigt.
Einige Erkenntnisse unserer ersten Studie haben nach wie vor Bestand, es gibt aber auch interessante Veränderungen.

Die Deutschen sind überwiegend zufrieden mit ihrer verfügbaren Freizeit

Die Mehrheit der Deutschen ist weiterhin zufrieden mit der ihnen zur Verfügung stehenden Freizeit (2016: 59%, 2012: 58%) und dem Freizeitangebot in ihrer Heimatstadt (2016: 59%, 2012: 58%).

Hamburg ist Deutschlands Freizeithauptstadt

Veränderungen gab es in der Bewertung des Freizeitangebotes der deutschen Städte: Hamburg darf sich von nun an nicht nur schönste Stadt Deutschlands nennen, sondern auch noch mit dem Titel „Deutschlands Stadt mit dem attraktivsten Freizeitangebot“ schmücken und hat somit Berlin als ehemals attraktivste Freizeitstadt Deutschlands abgelöst (Hamburg: 79%, Berlin: 75%).

Print verliert an Bedeutung, während mobiles Internet wichtiger wird

Das Informationsverhalten der Deutschen bezüglich ihrer Freizeitplanung hat sich signifikant verändert. Zwar sind wie schon 2012 das stationäre Internet in der heimischen Umgebung (82%) sowie Empfehlungen durch Freunde, Bekannte und Verwandte (61%) die wichtigsten Informationsquellen für Freizeitaktivitäten. Doch sind die Berichterstattung (2012: 39% vs. 2016: 31%) und Werbung (2012: 55% vs. 2016: 43%) in den klassischen Printmedien und Stadtteil- bzw. Szenemagazinen (2012: 43% vs. 2016: 34%) weniger wichtig geworden, während die Nutzung des mobilen Internets drastisch zugenommen hat (2012: 16% vs. 2016: 31%).

Spaß als Leitmotiv

Rund Dreiviertel der Befragten geben an, dass „Spaß haben“ ein wichtiges Motiv für die Freizeitgestaltung ist. Dabei bleibt der Besuch von Schwimmbad oder Sauna die kostenpflichtige Freizeitaktivität mit dem größten Spaßfaktor.
Ausflügen bzw. Kurzreisen (84%), Restaurantbesuchen (69%), Lesen (65%) und Kino (63%) werden ebenfalls große Spaßfaktoren attestiert. Hier gibt es massive Veränderungen zum Jahr 2012, bspw. haben Kurzreisen 14 Prozentpunkte, Freizeitparks 13 Prozentpunkte und Restaurantbesuche 9 Prozentpunkte hinzugewonnen.

Die Mehrheit der Befragten treibt nicht regelmäßig Sport

Weniger als die Hälfte der Befragten übt mindestens gelegentlich sportliche Aktivitäten aus (44%). 28% der aktiven Sportler üben ihren Sport im Verein aus und 19% nehmen auch an Wettbewerben teil.
39% derjenigen, die bereits aktiv Sport treiben, wollen dies im kommenden Jahr häufiger tun. Hingegen planen lediglich 13% der Nichtaktiven, in den nächsten 12 Monaten sportliche Aktivitäten aufzunehmen.

Wünsch dir was: Bodenständige Aktivitäten dominieren

Wer erwartet, dass die Deutschen bei unbegrenztem Budget ausgefallene Freizeitaktivitäten durchführen würden, irrt. Auf die Frage, was man unternehmen würde, wenn man einen Tag Zeit und unbegrenztes Budget zur Verfügung hätte, werden am häufigsten bodenständige Aktivitäten wie bspw. Essen- bzw. Ausgehen (27%), Ausflüge, Städtetrips und Kurzreisen (25%) sowie Wellnessaktivitäten (18%) und Shopping (18%) genannt.

Die häufigsten Freizeitaktivitäten der Deutschen

Diese Bodenständigkeit zeigt sich auch in den häufigsten Freizeitaktivitäten der Deutschen. Am häufigsten werden mindestens gelegentlich Restaurantbesuche (71%), Lesen (66%), Shopping (64%) sowie Ausflüge und Kurzreisen (64%) durchgeführt.
Im Vergleich zu 2012 haben die Restaurantbesuche (+10 Prozentpunkte), Besuche von Volksfesten und Jahrmärkten (+7 Prozentpunkte) sowie von Freizeitparks (+7 Prozentpunkte) merklich an Bedeutung gewonnen, während Lesen (-7 Prozentpunkte), Radfahren (-7 Prozentpunkte) und Musicalbesuche (-5 Prozentpunkte) an Relevanz verloren haben.

Trends im Freizeitverhalten – Jedem Tierchen sein Pläsierchen

Interessant ist, dass es nicht den einen, universalen, großen Freizeittrend gibt, der breite Massen anspricht, sondern eine Vielzahl verschiedener Aktivitäten genannt wird, die aus Befragtensicht „Freizeittrends“ darstellen.
Am häufigsten werden (Kurz- bzw. Städte-)Reisen (10%) genannt, gefolgt von Wandern (7%), Bouldern bzw. Klettern (6%) und Rad- bzw. E-Bike-Fahren (5%). Weitere Trends werden im Wellnessbereich gesehen, Games bzw. PC, Geocaching oder Extremsportarten. Es lässt sich also festhalten, dass es viele „Nischentrends“ im Bereich der Freizeitaktivitäten gibt.

Wenn Sie Interesse an der vollständigen Studie haben, schreiben Sie uns einfach.